Effektiv oder Effizient? Wie arbeitest du wirklich?


„Wenn ich acht Stunden Zeit hätte um einen Baum zu fällen, würde ich sechs Stunden die Axt schleifen.“

Abraham Lincoln

„Lasst uns einen Baum fällen!“ beschloss eine Gruppe aus vier Menschen und machte sich auf den Weg. Sie suchten lange nach dem richtigen Baum, etwa vier Meter hoch und mit einem guten Durchmesser von 20 Zentimetern. Er sollte als schöne Weihnachts-Dekoration für den offenen Platz vor ihrem Büro herhalten. Als sie ihn endlich fanden, ging schon eine Diskussion los.

„Niemand von uns weiß, wie man einen Baum fällt!“, sagte der erste, der am Baum stand. „Da hätten wir auch schon früher drauf kommen können.“ meinte die Frau, welche als zweite dazu kam. „Und wir haben nur ein Taschenmesser dabei“, sagte der erste wieder.

Ein dritter Mann kam zu den zweien dazu und meinte „Das ist jetzt egal, wir sind hierhergekommen um diesen Baum zu fällen. Also lasst uns jetzt einfach anfangen.“ Daraufhin nahm er das Taschenmesser dem ersten aus der Hand, öffnete die kleine Säge und fing an, herumzustochern.

Die vierte im Bunde hatte schon bei der Abreise ein ungutes Gefühl. Sie wusste, sie waren schlecht vorbereitet, hatte aber nichts gesagt oder getan. Sie eröffnete “Leute, das führt doch zu nichts, so sind wir in zehn Stunden noch hier. Lasst uns zurückfahren und Werkzeug holen!“. In der Zwischenzeit bohrte der Mann stur weiter in den Baum mit seinem kleinen Messer herum, hatte er doch schon immerhin einen halben Zentimeter rausgeschnitten.

Sie ergriff die Initiative, lief zurück zu einem der Autos mit welchen sie hergekommen sind und fuhr nach Hause. Sie holte die Motorsäge ihres Vaters und fuhr innerhalb einer halben Stunde zurück zur Gruppe. Verschwitzt saß der Mann vor dem Baum, nach all der Zeit hatte er nur zehn Zentimeter herausgeschnitzt. Die anderen beiden sahen ihm zu, wie er sich abmühte. Als sie mit ihrer Motorsäge dazu kam, schnitt sie den Baum in nur 5 Minuten entzwei und sie konnten ihn auf das Auto laden.

Diese Geschichte beschreibt den Unterschied zwischen effektivem und effizientem arbeiten. Hier erklären wir dir den Unterschied:

Effektiv = Du erledigst die richtigen Dinge

Effizient = Du erledigst die richtigen Dinge richtig

An diesem Beispiel erkennst du, dass die eine Person effektiv arbeitet. Das Ziel ist es den Baum zu fällen, er macht es jedoch mit dem falschen Werkzeug und schlechter Vorbereitung. Das Ergebnis wird sein, dass er den Baum fällt – allerdings erst nach vielen Stunden Arbeit.

Als daraufhin die andere Person die Motorsäge ansetzte und den Baum in wenigen Minuten gefällt hat arbeitete sie effizient.

Die meisten tun gerne so, als wären sie stets wahnsinnig beschäftigt. Jedoch arbeiten viele einfach darauf los, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob die Art ihrer Arbeit nur zum Ziel führt oder möglichst schnell, gewissenhaft und effizient zum Ziel führt.

Hast du schon einmal über diesen Unterschied nachgedacht?

Gerade wenn du selbstständig arbeitest, kannst du durch effizientes Arbeiten eine Menge Potenzial aus dir herausholen. Um dies zu schaffen benötigst du einen Plan. Neben deinem Ziel solltest du dir also auch genauestens im Klaren sein, wie du dies erreichst. Nimm dir daher die Zeit und plane dein Projekt.

Frei nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“ vereint effizientes arbeiten das Ziel mit dem bestmöglichen Weg dazu. Dieser Weg muss nicht immer perfekt sein, aber mit nur zehn Minuten Planung kann man sich mehrere Stunden unnötiges herumstochern ersparen.

Das geht auch, wenn du in einem Angestellten-Verhältnis beschäftigt bist. Bekommst du also eine Aufgabe von deinem Vorgesetzten, so hole dir von ihm vorab so viele Informationen wie möglich, um dein Ziel effizient zu erreichen. Danach setzt du dich an die Planung. Zeichne, schreibe, erstelle Tabellen, was auch immer deine Herangehensweise ist, geplant und strukturiert erreichst du dein Ziel schneller.

Man kann leicht in die Denkfalle geraten und Effektivität mit Perfektion vergleichen. Immerhin möchte man ja soviel wie möglich, so gut wie möglich machen. Mit der Effizienz verabschiedet man sich auch gleichermaßen vom vollständigen Perfektionismus, denn:

Fehler zu machen gehört zu jeder Aufgabe dazu. Die Dinge können nach dem erfolgreich beschrittenen Weg zum Ziel noch immer verbessert, korrigiert oder neu strukturiert werden

In allen Fällen spart man sich mit effizienter Arbeit viel Zeit. Zeit, welche man reinvestieren kann in weiteres Wachstum oder Pausen.

Wie Thomas Watson, der Gründer von IBM, einmal gesagt haben soll: „Wenn du Erfolg haben willst, dann verdoppele deine Fehlerrate.“

Dein

Sandro

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