Ich bin nun mal so! Aber stimmt das wirklich?


„Ich bin nicht, was ich bin.“

William Shakespeare

Wenn wir über uns selbst sprechen, verwenden wir gerne den Ausdruck „Ich bin so...“ für die unterschiedlichsten Dinge:

> Ich bin faul.

> Ich bin ein Morgenmuffel.

> Ich bin nicht dafür gemacht.

> Ich bin dazu viel zu undiszipliniert.

> Ich habe so reagiert, weil ich so bin, wie ich bin.

> Ich bin nun mal gerne zu Hause, deswegen fliege ich nur ungern weg.

Meistens findet sich eine negative Beschreibung unserer Persönlichkeit in einer „Ich bin so...“ Aussage wieder. Dabei entschuldigen wir uns quasi selbst bei uns, weil wir etwas nicht machen wollen oder nicht können. Wir haben dann wieder ein gutes Gewissen und müssen uns nicht schlecht fühlen.

Dabei wird kein Mensch mit dem „Ich bin so.”-Gen geboren.

Diese Aussagen sind logisch und nachvollziehbar - sind sie doch alle bequem. Man muss nichts dagegen tun, sich nicht damit beschäftigen. Die Sache ist abgehakt.

Dabei hindert uns keine Aussage mehr daran, Erfolg zu haben als das „Ich bin halt so.“ Wir stoppen damit unsere eigene Weiterentwicklung.

Unser Jetzt, die Gegenwart, ist unsere Bequemlichkeitszone. Wir haben uns an die Dinge und die Menschen um uns „gewöhnt“. Jedoch haben wir Wünsche für die Zukunft. Um diese Wünsche zu erreichen, müssen wir stets ein Problem lösen, was uns von unserer Zukunft trennt.

Je größer der Wunsch, desto größer auch das zu lösende Problem. Wenn wir also zu einem Menschen werden möchten, der mehr Geld besitzt, bessere Beziehungen hat oder auf der Karriereleiter aufsteigen möchte, müssen wir immer die Probleme lösen, die uns auf dem Weg begegnen.

Identifizieren wir uns jedoch zu stark mit unserem Problem, was uns von unserer Wunsch-Vorstellung fern hält, werden wir buchstäblich selbst zu unserem größten Problem. Unser Problem wird dann zur Beschreibung der eigenen Person, welche wir nur noch schwer verändern können.


Wir haben die Wahl, entweder der Wunsch für die Zukunft ist uns wichtig genug, um unsere Komfortzone zu verlassen, oder wir betrügen unsere Wünsche mit der Ausrede „Ich bin halt so, deswegen kann ich dies und jenes nicht.".

Dabei wird kein Mensch mit dem „Ich bin so.”-Gen geboren. Unser Bewusstsein bildet sich erst ab dem Alter von ca. 18 - 24 Monaten aus. Wir werden durch unsere Umwelt geformt. Familie und Freunde prägen und bestätigen unser Verhalten. Medien und das berufliche Umfeld tun ihr übriges.

Diese programmierten Muster und Verhaltensweisen können uns jedoch blockieren und die persönliche Entwicklung stark beeinträchtigen. Egal ob man neue Dinge gerne von vornherein kategorisch ablehnt, in Diskussionen schnell jähzornig oder ängstlich reagiert. Viele dieser Verhaltensmuster können näher betrachtet und verändert werden. Niemand ist in seinem Käfig wirklich gefangen, außer, man macht selbst die Käfig-Türe zu.

Anfangs ist es sehr schwierig zu realisieren, dass man seine Gefühle und die Art, wie man auf gewisse Dinge reagiert, selbst in der Hand hat. Schließlich hat man schon immer so reagiert und wenn man andere Menschen beobachtet, geht es diesen genau gleich.

Ein Schauspieler ist in der Lage dazu, seine Maske völlig frei zu wählen, je nach Rolle, die er gerade spielen darf. Auch wir besitzen verschiedene Rollen, sei es für die Arbeit, zu Hause oder bei Freunden. Wir können unsere Rolle jederzeit verändern. Wir haben es selbst in der Hand, welche „Maske“ wir uns aufsetzen.

Die Wahrheit lautet also, dass unsere Masken nichts anderes als erlernte psychologische Verhaltensmuster und Gewohnheiten sind. Jede Gewohnheit kann verändert werden. Dazu müssen wir uns dessen bewusst werden.

Praktische Tipps für dich um der ”Ich bin so.“-Falle entgegenzutreten:

> Sagst du das nächste Mal ”Ich bin so.“ kannst du das sofort hinterfragen.

Stimmt diese Aussage? Willst du wirklich so sein wie soeben behauptet?

> Um eine neue Gewohnheit zu schaffen, musst du üben, üben , üben!

Bezeichnest du dich selbst als Langschläfer, stelle den Wecker im ersten Schritt 15 Minuten vor der regulären Aufstehzeit. Die Woche drauf 30 Minuten und immer weiter, bis du zum Beispiel eine ganze Stunde früher aufstehst. Schon hast du dir eine neue produktive Gewohnheit antrainiert.

> Den vergangenen Tag reflektieren!

Wenn du herausfindest, was dir gut oder weniger gut gelungen ist, kannst du Rückschlüsse über dein Verhalten ziehen. Haben dich deine guten Eigenschaften zu deinen Erfolgen geführt? Kann es sein, dass du mehr aus deiner Komfortzone treten musst, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen?

Wenn wir unsere Gewohnheiten verändern, werden wir immer mehr zu der Person, die wir gerne in Zukunft sein möchten. Wir verstecken uns nicht mehr hinter mittelmäßigen Ausreden und übernehmen Verantwortung über uns und unser Leben. Wir überwinden das Problem, welches zwischen unserem jetzigen Ich und unserem Wunsch steht.

Veränderungen entstehen durch Handeln. Wir können noch so viel lesen, solange wir nichts tun werden wir nichts verändern können. Du hast es in der Hand.

Deine

Katharina & Sandro


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