Hilfe, Stress! 10 Tipps zur Stressbewältigung


”Menschen tun alles, um Stress während der Arbeitszeit zu vermeiden, um ihn in der Freizeit zu suchen.“

Prof. Querulix

Er ist allgegenwärtig, fast jeder hat ihn und beklagt sich darüber. Er macht uns unzufrieden und krank - der Stress im Beruf und in der Freizeit.

Aber was genau ist Stress überhaupt und wie entsteht er?

Zunächst ist „Stress“ ein natürlicher Bestandteil unseres Lebens. Er kann durchaus positive Effekte haben, zu viel davon macht allerdings krank. Unter dem positiven Einfluss von Stress verstehen wir, dass er uns zu guten oder sogar zu Höchstleistungen antreiben kann.

Hans Selye war der erste Wissenschaftler, welcher den Begriff zum ersten Mal definiert hat als eine Reaktion auf eine Bedrohung, begleitet von einer körperlichen Reaktion.

Unterteilt wird der Begriff „Stress“ von Hans Selye in zwei Kategorien:

> Eustress - bezeichnet positiven Stress in Form von Herausforderungen, Kreativität, gesteigertes Leistungsvermögen etc.

> Distress - bezeichnet negativen Stress wie zum Beispiel die bekannte Erschöpfung oder Überforderung bei Aufgaben

Auch wenn es kein einheitlich akzeptiertes Stressmodell in der Wissenschaft gibt, können sich die meisten Menschen mit dieser Unterteilung von Stress gut identifizieren. Wie Stress auf den menschlichen Körper wirkt, hängt meist davon ab, wie lange wir diesem ausgesetzt sind und wie stark er ist. Außerdem ist ein wichtiger Faktor auch, ob wir uns der Aufgabe gewachsen fühlen oder nicht.

Was kann Stress im Alltag verursachen?

Stress wird durch verschiedene Situationen ausgelöst. Einschneidende Lebensereignisse, wie zum Beispiel eine Trennung aber auch positive Ereignisse, wie eine bevorstehende Hochzeit, können Stressreaktionen hervorrufen. Private Probleme, Alltagsschwierigkeiten, Arbeit, Versagens- oder Existenzängste, Umwelteinflüsse wie zum Beispiel Lärm oder körperliche Probleme sind weitere Stressauslöser.

(Quelle: https://www.gesundheit.gv.at/leben/stress/was-ist-das)

Viele leben in dem Irrglauben, dass viel Arbeit automatisch viel Stress bedeutet. Dabei ist dem nicht so. Wer sich konzentriert nur auf eine Aufgabe widmet, wird kaum in negativen Stress verfallen. Das Problem liegt meist darin, dass wir an einer Aufgabe arbeiten und in Gedanken schon bei den nächsten Aufgaben sind.

Das „Geheimnis“ liegt in der Konzentration auf eine Sache. Wir sollten das Wort Multitasking aus unserem Wortschatz verbannen. Durch Multitasking erreichen wir nur, dass wir in kurzer Zeit viele Fehler auf einmal produzieren. Stattdessen sollten wir unseren Fokus auf eine Aufgabe legen und dieser unsere volle Aufmerksamkeit widmen.

Stress kann schnell zu einer negativen Spirale werden

Nicht nur die Arbeit verursacht vermeintlichen Stress, nein, auch der sogenannte Freizeit-Stress ist bei vielen an der Tagesordnung. Oft wird in das Zeitfenster zwischen Arbeit und Schlaf so viel wie nur möglich „hineingequetscht“. Die Wochenenden werden mit jeder Minute verplant. Am Montag beklagen wir uns dann über das viel zu schnell vergangene Wochenende.

Auch wenn es schwerfällt, hier müssen wir ehrlich zu uns sein. Betreiben wir diese Tätigkeit leidenschaftlich von ganzem Herzen oder nur wegen eines Gefallens für jemanden oder aus reiner Gewohnheit? Wir müssen nicht jede Minute unseres Alltages verplanen, sondern uns bewusste Pausen gönnen. Ist der Tag komplett verplant, ist alles Unvorhergesehene eine Störung in unserem Zeitplan. Dies verursacht uns noch größeren Stress und Unwohlsein statt Freude.

Aber was kannst du denn nun gegen den negativen Stress tun?

Unsere 10 Tipps für dich im Umgang mit Stress:

1. Konzentriere dich nur auf eine Aufgabe. Definiere dich nicht über das Wort Multitasking. Wenn du an einer Aufgabe arbeitest, dann bleib an dieser dran und beende diese, wenn möglich. Du kannst diese Übung auch im privaten Umfeld üben. Konzentriere dich zum Beispiel beim nächsten Abendessen bewusst auf dein Essen, statt auf den Fernseher oder das Smartphone.

2. Plane deinen Alltag. Startest du ungeplant in deinen Alltag, lieferst du dich damit automatisch dem Zufall aus. Werde dir klar darüber, welche Aufgaben und Termine in dieser Woche anstehen. Plane dir auch ausreichend Pausen ein. Packst du dir deinen Tag jedoch zu voll, ist alles Unvorhergesehene eine Störung und verursacht negativen Stress.

3. Halte Ordnung. Chaos und Unordnung verursachen Stress, vor allem wenn du stundenlang nach den Unterlagen suchen musst, die du für deine Aufgabe benötigst. Stelle dir ein für dich funktionierendes Ordnungssystem zusammen, in dem du alles schnell findest. Buchtipp zum Thema Ordnung: Marie Kondo - Magic Cleaning (Amazon Affiliate Link)

4. Lege Pausen ein. Unsere Konzentration lässt nach ca. 50 Minuten konzentrierten Arbeitens kontinuierlich nach. Deine Gedanken beginnen abzuschweifen. Gönne dir also 5 bis 10 Minuten Pause. Hast du eine sitzende Tätigkeit, dann stehe auf und bewege dich. Arbeitest du im Stehen dann setz dich hin. Bist du der Meinung, dass du nach langer Arbeit keine Pause brauchst, dann hast du ganz besonders eine Pause nötig. Auch wenn es gut läuft, zwinge dein System nicht zum Sprint, denn sonst wirst du bald schlecht gelaunt sein.

5. Delegiere Aufgaben. Mit steigender Verantwortung vermehren sich auch unsere Aufgaben. Oft behalten wir jedoch auch unsere alten Aufgaben, denn wir sind der Meinung, dass nur wir diese besonders gut erledigen können. Auch wenn es schwerfällt, lerne Aufgaben abzugeben. Du gibst damit anderen die Chance ihr Können zu beweisen.

6. Überprüfe deine Erwartungen an dich selbst. Übertriebener Perfektionismus, Ehrgeiz und Erwartungen an dich selbst setzen dich automatisch unter Druck. Oftmals halten wir uns unnötig mit den letzten 5 % eines Projektes auf, weil wir der Meinung sind, dass es noch nicht perfekt genug ist. Akzeptiere, dass Fehler passieren können, denn nur aus Fehlern lernen wir.

7. Tägliche Routinen. Dein Alltag sollte auch aus einer gewissen Routine bestehen. Zum Beispiel kannst du dir angewöhnen, früher aufzustehen um entspannter in deinen Tag zu starten. In deiner Arbeit gibt es wiederkehrende Aufgaben. Erledige diese Aufgaben zum Beispiel immer zu einer festgelegten Zeit. Dies erfordert Disziplin, Routinen bauen aber Stress ab.

8. Du musst nicht ständig erreichbar sein. Die Erreichbarkeitsfalle kann dazu führen, sich ständig von äußeren Faktoren ablenken zu lassen und somit seine eigentliche Aufgabe zu vernachlässigen. Außerdem führt sie zu unbewusstem Stress, so könnte doch jederzeit der nächste Anruf hereinkommen und das Smartphone muss ständig geladen sein. Heutzutage ist es schon eine große Leistung, auch einmal nicht erreichbar zu sein.

9. Schaffe dir einen Ausgleich. Es ist bewiesen, das sportliche Aktivität den Stressabbau fördert. Suche dir eine Sportart, welche dir Spaß macht. Viele joggen, andere gehen ins Fitnessstudio, wieder andere schwimmen. Oft hilft schon ein täglicher Spaziergang, um die Gedanken frei zu bekommen. Lass auch die Erholung nicht zu kurz kommen, 7 bis 8 Stunden Schlaf sind für viele die optimale Schlafdauer. Teste es am besten aus, nach wie viel Stunden du dich am besten fühlst.

10. Versuche nicht, jeden Tipp gleichzeitig umzusetzen. Das wäre zu stressig. Man muss sich auch einfach mal entspannen. Nicht alles zu eng sehen und sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Auch kann man mal einen ganzen Tag einfach nichts machen. Die Welt wird davon nicht untergehen und du fühlst dich danach besser. Abschalten will jedoch gelernt sein! Wenn du ständig auf Hochtouren arbeitest, musst du erstmal üben, dich zu entspannen. Fühl dich nicht gestresst davon, nichts zu tun, nichts zu erreichen oder zu erledigen. Dein Körper und Geist werden es dir danken und du wirst zu neuen Höchstleistungen fähig sein.

Zum Abschluss haben wir für dich noch eine schöne Geschichte, die dieses Thema wunderbar darstellt. Die Geschichte stammt aus dem Buch „Die Gesetze der Gewinner“ von Bodo Schäfer. (Amazon Affiliate Link)

Ein Weiser fiel seinen Schülern auch dadurch auf, dass er ein unglaubliches Arbeitspensum bewältigen konnte. Sie fragten ihn, wie es möglich sei, dass er trotzdem niemals gestresst wirkte, sondern jederzeit ruhig und gesammelt sei.

Die Antwort des Weisen:

„Wenn ich stehe, dann stehe ich.

Wenn ich gehe, dann gehe ich.

Wenn ich laufe, dann laufe ich.“

Seine Schüler entgegneten: „Das kann nicht das Geheimnis sein. Denn das tun wir auch. Aber warum sind wir dann so leicht gestresst, obwohl wir viel weniger Arbeit haben?“

Der Weise antwortete: „Vielleicht liegt der Grund darin:

Wenn ihr steht, dann geht ihr schon.

Wenn ihr geht, dann lauft ihr schon.

Wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.“

Bitte nimm dir diese Tipps zu Herzen, denn oft verursachen wir uns den Stress nur selbst. Dies geht auf Kosten unserer Gesundheit und Lebensqualität. Nutze daher diese Tipps als deine Chance, mehr Lebensqualität zu gewinnen und dennoch produktiv zu sein.

Über dieses Thema sprechen wir auch in unserem aktuellen Podcast. Gerne kannst du dir dazu auch unseren Podcast auf iTunes oder Spotify anhören, oder auf YouTube anschauen.

Hast du noch andere Tipps, wie du mit deinen Ängsten und Sorgen umzugehst? Schreib uns gerne eine E-Mail an hello@myprogress.life oder eine Direktnachricht auf Instagram!

Deine

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