Schluss mit Märchen – Die 5 häufigsten Trainingslügen


„Man sollte Sport treiben, ohne vom Sport getrieben zu werden.“

Gerhard Uhlenbruck

Die große Fitnessmesse in Köln, die FIBO, ist für 2019 schon wieder vorbei. Was bleibt sind die neuesten Trends im Fitness- und Nahrungsergänzungsmittel-Bereich.

Jedes Jahr lockt die Messe mehr Besucher, der Fitness-Hype wächst immer mehr. Natürlich zieht das auch die ein oder anderen Firmen oder Influencer an, Geld damit zu verdienen.

Dabei entstehen leider nicht immer sinnvolle Produkte und Trends. In unserem Blog „Schluss mit Märchen - 5 Ernährungs-Mythen und was es damit auf sich hat“ haben wir diverse Ernährungsformen und Produkte näher beschrieben und was es damit auf sich hat.

In diesem Beitrag widmen wir uns 5 Trainings-Mythen, im Bereich des Krafttrainings, die uns immer wieder begegnen. Wir trainieren selbst seit ca. fünf Jahren und haben schon den ein oder anderen Trend kommen und gehen sehen oder selbst mitgemacht.

Am Ende führt jedoch immer nur eines zum Erfolg: Disziplin und Kontinuität, d.H. dass du dein Training überhaupt regelmäßig durchziehst.

Mythos 1. Leichtes Gewicht und ganz viele Wiederholungen „formen“ den Körper.

Dieser Mythos hält sich hartnäckig seit vielen Jahren, wahrscheinlich durch Kursangebote im Fitnessstudio bei denen genau dies immer noch angepriesen wird.

Natürlich kannst du so fitter werden und abnehmen (insofern du eine Diät machst). Der wohlgeformte Körper entsteht aber nur durch größere Muskeln. Deine Muskeln kommen auch dann erst zur Geltung, wenn dein Körperfett weniger wird.

Von 2 kg Hanteln und 30 Wiederholungen wirst du dieses Ziel jedoch nicht erreichen. Deine Muskeln trainierst du am besten mit schwereren Gewichten. Natürlich geht dies nicht von heut auf morgen.

Interessierst du dich für Krafttraining, dann such dir eine/n kompetenten TrainerIn, damit du die korrekte Übungsausführung gezeigt bekommst und dir ein guter Trainingsplan zusammen gestellt wird.

Mythos 2. Muskelkater zeigt dir, dass dein Training effektiv war.

Noch ein Klassiker. „Leider“ ist Muskelkater kein Indikator dafür, ob dein Training effektiv war oder nicht. Je länger du nämlich trainierst, desto weniger wirst du Muskelkater bekommen (oft nur noch nach ungewohnten Übungen).

Bei Muskelkater handelt es sich lediglich um kleine Mikro-Verletzungen im Muskel. Diese heilen dann meist nach ein paar Tagen.

Viele fragen sich, ob man bei Muskelkater trainieren darf. Das solltest du selbst einschätzen können. Kannst du z. B. kaum Laufen wäre ein Beintraining nicht empfehlenswert.

Mythos 3. Viel hilft viel.

Jeden Tag in Fitnessstudio und richtig Gas geben beim Training? Das kann für ein paar Monate gut gehen, aber irgendwann wirst du dich ziemlich ausgebrannt fühlen.

Dein Körper und deine Muskeln benötigen Pausen, um zu wachsen und um sich zu erholen.

Du kannst auch gute Erfolge mit drei oder vier Trainings in der Woche erhalten. Hast du natürlich Wettkampf-Ambitionen, so wird auch dein Training dafür spezieller sein. Dazu brauchst du aber einen guten Coach.

Möchtest du unbedingt 6 oder 7 mal trainieren, dann benötigst du einen gesplitteten Trainingsplan, d. h. du trainierst gezielt nach Muskelgruppen. Andernfalls wird dir dein Körper, gerade im Anfängerstadium, recht schnell seine Grenzen aufzeigen.

Mythos 4. Krafttraining wandelt Fett in Muskeln um.

So schön es wäre, leider funktioniert unser Körper nicht so. Fett bleibt Fett und Muskel bleibt Muskel.

Du kannst Fett nur abbauen, in dem du weniger isst, also eine Diät machst bzw. dich im Kaloriendefizit bewegst. Muskeln wachsen, indem du sie trainierst und ausreichend Protein also Eiweiß über deine Ernährung aufnimmst (absolutes Minimum 1,5g Eiweiß pro kg Körpergewicht = z. B. bei 70 kg Körpergewicht etwa 105g Protein).

Tipp vor allem für Frauen: Muskeln wiegen gleich viel wie Fett. Gerade wenn man länger trainiert bemerkt man, dass man teilweise mit gleichem Gewicht schlanker ausschaut. Daher nicht immer nur auf die Zahl auf der Waage schauen, sondern auch Umfänge messen und Vergleichsfotos machen.

Mythos 5. Nur Supplement XY bringt dir die mehr Muskeln.

Es könnte alles so einfach sein, wenn ich Shake XY oder BCAA / EAA Drink YZ trinke, dann wachsen die Muskeln von allein. In der Realität passiert leider gar nichts, außer das dein Bankkonto erleichtert wurde.

Durch geschicktes Marketing bekommen wir diesen Eindruck und setzen dann all unsere Hoffnung in den Wunder-Drink oder die Wunder-Pille.

Am Ende bringt dich aber doch nur ein forderndes Training und eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß (siehe Punkt 4) weiter. Ein Eiweißshake kann dich unterstützen, aber er wird keine Wunder bewirken! Egal, was die tollen Marketings-Sprüche dir sagen wollen.

Zieh deinen Trainingsplan also erst mal durch, bevor du dir einen Schrank voller Nahrungsergänzungsmittel zulegst.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass viele Mythen und Unwahrheiten im Bezug auf Krafttraining existieren. Am Ende hat jedoch immer die Person Erfolg und Fortschritt, die regelmäßig trainiert, sich dabei kontinuierlich steigert und den Körper mit einer ausgewogenen Ernährung unterstützt.

Über dieses Thema sprechen wir auch in unserem aktuellen Podcast „Odyssee im Fitnessdschungel - Stolperfallen, Probleme und Lösungen für Anfänger im Krafttraining, Fitness und Ernährung“

Gerne kannst du dir dazu auch unseren Podcast auf iTunes anhören, Spotify, oder auf YouTube anschauen.

Welcher Trainings-Mythos ist dir schon öfters begegnet? Schreib uns gerne eine E-Mail an hello@myprogress.life oder eine Direktnachricht auf Instagram!

Falls du Fragen rund ums Training und Ernährung hast, kannst du uns ebenso gerne kontaktieren, wir helfen dir gerne weiter.

Deine

Katharina & Sandro

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