Auf der Jagd nach Glück und Sinn im Leben


„Ich finde, je härter ich arbeite, desto mehr Glück scheine ich zu haben.“

Thomas Jefferson

Die Frage, was Erfolg für einen Menschen bedeutet, wird meist damit beantwortet, dass man ein Ziel erreichen muss. Man stellt sich einer Aufgabe und arbeitet daran, bis man sie positiv beendet. Das ist die Definition der meisten Menschen für Erfolg. Meistens wird diese Zielerreichung verbunden mit Geld, Anerkennung oder Glück.

Doch ist Glück nur eine Folge des Hochgefühls, welches sich einstellt, wenn eine Aufgabe zu Ende gebracht wird? Glück als ekstatisches Gefühl der Freude wird durch die verschiedensten Auslöser hervorgebracht. Sei es durch eine glückliche Schicksalswendung, einer guten Leistung, welche man erbracht hat oder durch ein Lebensgefühl wie Ruhe, Aufregung, Liebe, Spaß und viele mehr.

Das Streben nach Glück ist für alle Menschen ein einheitliches Ziel. Wir alle wollen glücklich sein, Freude empfinden und die schlechten Tage des Lebens vergessen lassen.

Was aber, wenn das Glück weicht und Spannung in das Leben kommt? Was passiert, wenn ein Mensch auf der Jagd von einem Glücks-Moment zum anderen, völlig aus der Bahn geworfen wird?

Kann man sich als Optimist stets nur an Freude und Heiterkeit orientieren? Muss eine Tätigkeit, die Arbeit, ein Hobby, Ausbildung, Familie und das Leben selbst immer eine Aneinanderreihung von endlos freigesetzten Endorphinen sein?

Wenn uns das Glück genommen wird, stehen wir mit leeren Händen da. Ohne Lebensinhalt, nur mit der Freude, wird nichts im Leben einen Sinn ergeben und Krisen treffen das Leben härter als sie es eigentlich müssten.

Wenn ein Mensch nach dem Sinn des Lebens fragt, ist es schon ein Zeichen dafür, dass wir keine Antwort für uns selbst gefunden haben. Diese Frage ist mitnichten einfach zu beantworten, jedoch können wir sie nicht für andere Menschen beantworten.

Ohne einen Lebenssinn bleibt uns nur die Betäubung der Sinne durch Glücksgefühle, um einen künstlichen Sinn zu erzeugen und uns von den harten Zeiten abzulenken. Viele Menschen erreichen diese Betäubung durch Konsum von Luxusgütern, Medien, Genuss- oder Betäubungsmitteln. Wenn wir uns ehrlich sind wissen wir jedoch, dass nichts davon lange anhält und das Glück verfliegt wie eine Duftnote im Wind.

Wenn negative Gefühle wie Neid, Missgunst, Hass oder Verachtung von anderen oder sogar sich selbst mit ins Spiel kommen, werden diese Konsumgüter immer wichtiger und entpuppen sich als Schutzschild des Unterbewusstseins. Gefühle stumpfen ab und künstliche Emotionen, gelenkt von der Außenwelt, treten ans Tageslicht.

Wer denkt, man kann sich so bis ans Lebensende tragen wird enttäuscht sein. Enttäuscht von der Bitterkeit, welche man sich in sein Leben gezogen hat. Es wird kein schlimmeres Gefühl geben, als die Dinge am Ende der Lebensreise zu bereuen, welche man nicht getan oder gesagt hat. Dinge, welche unser Unterbewusstsein dringend verlangt hätte, um den künstlichen Emotionen zu entfliehen und den eigenen, wahren Charakter ans Licht zu bringen.

Lieber flüchten wir uns in eine Welt der vermeintlichen Ordnung, in einen Käfig der eigenen Persönlichkeit, als ein Leben in Freiheit und Bestimmung zu führen. Eine Freiheit, durch Disziplin die Dinge tun zu können, welche wirklich wichtig sind. Sich einen Sinn für das eigene Leben zu geben, welcher nicht nur zum eigenen Charakter passt, sondern auch das eigene sowie das Leben von vielen Menschen verbessert.

Dafür benötigt es das Gefühl der Verantwortung und Wahrheit. Man muss ehrlich zu sich selbst sein, verstehen ob der eingeschlagene Weg zu einer Zukunft führt, zu der man wirklich gelangen will. Und die Verantwortung, die eigenen Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen zu tragen.

Zweifel zu haben ist nur eine Folge von mangelndem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauens. Sobald man akzeptieren kann, das eine Entscheidung immer auch eine Scheidung von der Alternative bedeutet, ist man bereits weiter in sich selbst hervorgedrungen.

Was bringt es uns, wenn wir so schnell wie möglich eine Leiter erklimmen wollen, nur um dann am Ende der Leiter zu merken, dass wir die falsche Leiter bestiegen sind? Wollen wir als Senioren ein Leben führen, was wir eigentlich nicht führen wollen? Oder besinnen wir uns auf unsere eigenen Werte, unsere eigene Persönlichkeit und Träume und führen das Leben, was wir uns verdient haben und verdienen wollen?

Das bedeutet Arbeit. Arbeit, die Dinge zu tun, die schwer sind. Wenn wir diese Dinge jedoch nicht tun, werden wir nicht an das Ziel gelangen, was wir uns vorstellen.

Natürlich ist es einfacher im Bett liegen zu bleiben, sich über das Leben zu beschweren und einfach nichts zu tun. Jedoch wird uns spätestens nach ein paar Stunden der Körper weh tun und unser Geist schreien vor Untätigkeit.

Wir sind geboren, um zu wachsen, leben, zu arbeiten und Ziele zu erreichen. Selbst wenn wir uns keine Ziele wissentlich gesetzt haben, verfolgen wir sie unbewusst. Nur meistens sind undefinierte Ziele nicht die, die uns in die gewünschte Zukunft bringen. Wir müssen uns bewusst werden, dass wir in jeder Sekunde die Kapazität haben, unser Leben drastisch zu verändern.

Das muss nicht immer heißen, dass unser Leben aktuell negativ verläuft. Jedoch eventuell einfach in eine falsche Richtung. Denn viele Menschen haben Angst davor, einfach ein neues Leben zu starten. Konsequenz ist aber keine Tugend, daher ist man in keinem Alter, in keiner Situation, in keiner Lebenslage wirklich gefangen. Die Situation ist immer die, welche wir daraus machen. Wenn wir etwas verändern wollen, haben wir die Möglichkeit, das zu tun.

Wer sonst soll unser Leben lenken? Andere? Wollen wir das wirklich?

Ist es also nicht besser ehrlich zu sich selbst zu sein und daraufhin die Verantwortung für die eigene Entscheidung zu treffen? Sich einen Lebenssinn auszusuchen? Diesen so lange zu verfolgen, bis sich die Wege währenddessen verändern? Auch ein gewählter Lebenssinn muss nicht bedeuten, dass dieser bis zum Lebensende verfolgt werden muss.

Jedoch werden wir spüren, dass wenn wir mit dem ersten Schritt auf dieser Reise anfangen, sich unser Leben, unsere Gefühle, Werte und Ziele mit uns verändern werden.

Diese Reise wird anstrengend und schwierig. Sie wird uns aber mit einer tiefen Zufriedenheit erfüllen, denn wir verändern nicht nur uns selbst, sondern auch die Welt um uns herum.

Glück wird uns dabei auf diesem Weg immer wieder einmal begegnen und das ist gut so. Sollte uns das passieren, dürfen wir innehalten und diesen Moment genießen. Sobald schwere Tage kommen, lebt es sich mit definierten Zielen und einem Sinn leichter. Es ist immer noch schwer, aber man steht nicht mit leeren Händen da.

Wir müssen akzeptieren, dass das Leben nicht aus einem Dauerhochgefühl des puren Glücks besteht. Es wird schwierige Phasen geben, die deprimierend sind, einen zu Boden drücken und es wird Phasen geben, die unspektakulär sind. Phasen, in denen quasi nichts passiert. So ist das Leben, es besteht nicht aus einer konstant geraden Linie. Aber es geht immer weiter.

Wir haben uns eine Bürde aufgeladen aber wir tragen sie gerne. Wir jagen nicht mehr das Glück oder die Betäubung, sondern eine tiefere Erfahrung des Lebens.

Somit bekommt unsere Existenz einen Sinn. Durch dich selbst.

Dein

Sandro

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